Warum ein Podcast über Sprache und Gender(n)?
Seit einigen Jahren wird in Öffentlichkeit und Medien intensiv über gendersensiblen Sprachgebrauch diskutiert. Kaum ein sprachbezogenes Thema polarisiert dabei so stark: Für die einen ist Gendern Ausdruck von Respekt und gesellschaftlicher Verantwortung, für andere eine unnötige oder gar störende Veränderung der Sprache. Gleichzeitig zeigt sich, dass viele dieser Debatten auf Annahmen darüber beruhen, wie Sprache funktioniert – Annahmen, die nicht immer mit sprachwissenschaftlichen Erkenntnissen übereinstimmen.
Doch gendersensibler Sprachgebrauch ist nur ein Teil eines deutlich größeren Themenfeldes. Fragen von Sprache und Gender betreffen weit mehr als konkrete Schreibweisen oder einzelne Formen: Sie reichen von der Frage, wie Geschlecht sprachlich dargestellt wird, über die Rolle von Stereotypen in der Bedeutung und Verwendung von Wörtern bis hin zu der Art und Weise, wie sprachliche Strukturen unsere Wahrnehmung von Personen und sozialen Gruppen beeinflussen.
Auch wenn einzelne Aspekte – etwa bestimmte Genderformen oder politische Positionen – häufig im Zentrum öffentlicher Debatten stehen, bleiben umfassendere, wissenschaftlich fundierte Einordnungen oft im Hintergrund. Was wissen wir also tatsächlich darüber, wie Sprache mit Vorstellungen von Geschlecht zusammenhängt? Welche Effekte lassen sich empirisch nachweisen? Und wie greifen sprachliche, kognitive und gesellschaftliche Faktoren ineinander?
In unserem Podcast „Sprache und Gender(n)“ greifen wir diese Fragen in mehreren thematisch miteinander verknüpften Episoden auf. Ziel ist es, zentrale Befunde der genderlinguistischen Forschung verständlich aufzubereiten und in den Kontext aktueller Diskussionen einzuordnen. Dabei geht es nicht nur um gendersensible Sprache im engeren Sinne, sondern um die vielfältigen Verbindungen zwischen Sprache und Gender insgesamt – von grammatischen Strukturen über Sprachverarbeitung bis hin zu gesellschaftlichen Bedeutungszuschreibungen.
Uns ist bewusst, dass sich dieses komplexe Themenfeld nicht vollständig abdecken lässt. Fragen zu Sprache und Gender sind dynamisch und eng mit gesellschaftlichen Entwicklungen verknüpft. Dennoch möchten wir durch die exemplarische Behandlung ausgewählter Aspekte dazu beitragen, die Diskussion zu versachlichen und ein differenzierteres Verständnis für die Zusammenhänge zwischen Sprache, Wahrnehmung und sozialen Kategorien zu ermöglichen.
Über uns
Wir sind eine Gruppe Studierender und Wissenschaftler, die sich teilweise schon seit mehreren Jahren mit Themen rund um „Sprache und Gender(n)“ beschäftigen. In einem Seminar an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf haben wir im Wintersemester 2025/2026 einen Podcast zum Thema erarbeitet. Dazu haben wir nicht nur in die aktuelle Forschungsliteratur unterschiedlicher Themen eingelesen, sondern auch Interviews mit verschiedenen Expertinnen und Experten geführt. Außerdem haben wir uns mit den Grundlagen der Audiobearbeitung, der Wissenschaftskommunikation sowie der Podcastproduktion beschäftigt.
Wissenschaftliche Leitung
PD Dr. Jens Fleischhauer, Institut für Linguistik
Prof. Dr. Stefan Hartmann, Institut für Germanistik
Dr. Dominic Schmitz, Institut für Anglistik und Amerikanistik
Studentische Mitarbeitende und Beitragende
Kimia Azar sowie die Teilnehmenden des Seminars „Sprache und Gender(n)“ im Wintersemester 2025/26.
Danksagung
Das Podcastprojekt wurde finanziell von der Bürgeruniversität der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf unterstützt.
Für die Aufnahmen danken wir dem Medienlabor der Philosophischen Fakultät der HHU Düsseldorf. Insbesondere bedanken wir uns bei Frank Herbort für die Audioaufnahmen und die Produktion der Intro- und Outromusik.